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Proof of Concept


Prüfe die Machbarkeit deines Projektes.

08.12.2021 | Felix Hartung | Konzept

Definition

Proof of Concept bedeutet soviel wie „Machbarkeitsnachweis„. Es ist ein Beleg dafür, dass ein Projekt oder eine Idee prinzipiell realisierbar ist. Als wichtiger Meilenstein der Projektplanung wird ein Proof of Concept auch von den meisten Investoren gefordert – Gerade bei Innovationen oder Startups.

Es baut entweder auf technischen oder betriebswirtschaftlichen Faktoren auf und wird in vielen unterschiedlichen Bereichen eingesetzt.

Im eCommerce-Geschäft könnte sich ein Proof of Concept zum Beispiel bei einem Onlineshop-Relaunch mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Sind kundengruppenorientierte Staffelpreise mit dem gewünschten Shopsystem möglich?
  • Ist das Budget ausreichend, um externe Dienstleistungen und Softwarekosten zu begleichen?

Die Ziele eines PoC

Das wichtigste Ziel des Proof of Concept ist die Risikominimierung, vor allem die Minimierung von Investitionsrisiken. Wenn du einen Proof of Concept vorlegen kannst, hast du oftmals gute Karten beim Überzeugen von Investoren oder Managern für deine Idee. Viele Investoren oder Venture Capital Gesellschaften fordern sogar explizit einen PoC.

Überprüft werden meist folgende Parameter:

  • Technische Anforderungen
  • Logistik
  • Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens

Damit bietest du allen internen wie externen Stakeholdern (Personen mit berechtigtem Interesse am Ausgang des Projekts) ein vernünftiges Fundament für weitere Entscheidungen.

Anwendungfälle

Doch was genau wird in einem PoC eigentlich geprüft? Wenn dir noch der Praxisbezug fehlt, hier einige Beispiele:

  • Softwareentwicklung: Kann die geplante Programmiersprache die Funktionalitäten abbilden?
  • Onlineshoprelaunch: Kann das Shopsystem die Konfigurationslogik von individualisierbaren Artikeln wie z.B. foraday.de abbilden?
  • Umfangreiche Datenbankbackups: Sind die Leitungen stark genug, dass die Datenmenge im geplanten Zeitraum transferiert werden kann?
  • Prüfung von Geschäftsideen: Gibt es für die geplante Produkt-Innovation einen Markt?

3 Möglichkeiten für einen Proof of Concept

Doch wie genau kannst du überhaupt einen Proof of Concept angehen? Jede der drei Herangehensweisen hat ihre Vorzüge und Nachteile und eignet sich für verschiedene Anwendungsfälle.

1. Plan umsetzen ohne vorherigen PoC

Du willst es wirklich wissen und scheust keine Risiken? Dann lasse die Umsetzung selbst dein Proof of Concept sein. Das Resultat wird in jedem Fall der beste Erfolgsnachweis sein.

Vorteile:

  • Schnelle Ergebnisse bei dringenden / Trendthemen
  • Realistischstes Ergebnis

Nachteile:

  • Hohes Risiko
  • Meist nur mit Eigenkapital möglich

Bei einfachen Projekten ohne viel Investment kann es sehr effektiv sein, schnell in die Umsetzung zu gehen ohne vorher massig Zeit in einen Proof of Concept zu investieren.

2. Testen des Konzepts im kleinen / Test Umfeld

Wenn du dein Projekt in einem kleinen Umfeld ausführst, spricht man von einem Testballon. In der Webentwicklung ist eine funktionierende DEV- / Stage-Umgebung das beste Beispiel für einen handfesten Proof of Concept. Auch ein Prototyp kann als Testballon betrachtet werden, wenn die technische Umsetzbarkeit eines Produkt bewiesen werden soll.

Vorteile:

  • Praxisnähe durch realen Test
  • Weniger Risiko

Nachteile:

  • Kostet Ressourcen

Die Testballon-Strategie ist gerade dann sinnvoll, wenn gewisse Einflussfaktoren nicht genau genug bestimmt werden können, um per theoretischer Kalkulation ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten. Zum Beispiel kann bei Innovationen sehr schwer und ungenau die Nachfrage kalkuliert werden – Bei solchen Ideen können Crowdfundingkampagnen aufschlussreiche Resultate liefern.

3. Marktforschung / Theoretische Kalkulationen

Mit gegebenen Daten oder Daten aus der Vergangenheit lässt sich ein Konzept in vielen Fällen auf seine theoretische Machbarkeit überprüfen. Alternativ können über Befragungen und Messungen auch neue Daten erhoben werden. Diese Strategie eignet sich oft nicht alleinstehend, um die Realisierbarkeit deiner Idee nachzuweisen.

Vorteile:

  • Risikominimierung
  • Nachjustierung vor der Umsetzung oder einem realen Test möglich

Nachteile:

  • Nicht ausreichend durch fehlende Praxisnähe
  • Für Investoren ist reine Marktforschung für Geschäftsideen oft zu unsicher

Wenn es darum geht, bestehende Märkte zu entern oder Kalkulationsfehler im Konzept aufzuspüren, liefert dieser Ansatz des Proof of Concepts halbwegs genaue Ergebnisse.

Tipps für einen erfolgreichen Proof of Concept

Für einen möglichst aussagekräftigen PoC solltest du folgende Tipps im Auge behalten:

Definiere klar die zu überprüfenden Annahmen

Was möchtest du eigentlich beweisen? Du solltest dir vorher im Klaren darüber sein, welche Thesen es zu überprüfen gilt. Wähle dabei deine Kriterien aus (z.B. Zeit, Umsatz, Kundenanzahl) und habe die zugehörigen Werte im Auge, die im Konzept vereinbart wurden. So hast du einen klaren roten Faden, nach dem du dich richten kannst.

Starte mit der risikoreichsten Annahme

Wenn du deine Annahmen festgelegt hast, überprüfe zunächst jene, die am zweifelhaftesten erscheint. Falls du das Gegenteil beweist, sparst du dir die Ressourcen der weiteren Überprüfung, da erst das Konzept angepasst werden muss – Lieber schnell feststellen, dass die Idee so nicht realisierbar ist.

Dokumentiere vorher das Vorgehen

Genau wie das Konzept sollte auch das Vorgehen genau dokumentiert werden. Definiere das Verfahren, wie du die festgelegten Annahmen überprüfen möchtest. Dabei kannst du dir ggf. auch eine Expertenmeinung zur Genauigkeit des Ergebnisses einholen. (Beispiel: Bei einem SEO-Projekt sollte berücksichtigt werden, dass Traffic-Kennzahlen aus SEO Tools eher unverlässlich sind)

Reduziere deinen POC auf das Wesentliche

Vermeide die Überprüfung von Nebensächlichkeiten, die wenig Auswirkungen auf dein Ergebnis haben. Richte deine Maßnahmen auf den Zweck deines POCs: Möchtest du Investoren überzeugen? Oder sind es lediglich interne Stakeholder?

Formuliere Änderungsvorschläge im Falle eines Fehlschlags

Wenn du deine Thesen nicht belegen kannst oder das Gegenteil bewiesen wird, solltest du Empfehlungen zur Anpassung des Konzepts vornehmen. Beim Aufgreifen des obigen Backup-Beispiels „Sind die Leitungen stark genug, dass die Datenmenge im geplanten Zeitraum transferiert werden kann?“ sind Vorschläge für alternative Hardware oder zum Überdenken des Zeitplans unter Begründung zielführend.