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Durchstarten trotz eCommerce-Krise


Mit gewisser Planung und gewisser Smartness, kann die kommende Zeit zu einer erfolgreichen eCommerce-Zeit werden.

14.09.2022 | Melanie Wilhelm | Unternehmen

Steigende Preise, Energieengpässe, taffes Marktumfeld – Mit gewisser Planung und gewisser Smartness, kann die kommende Zeit zu einer erfolgreichen eCommerce-Zeit werden.

Der eCommerce Umsatz ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Dies hat jetzt jedoch ein jähes Ende genommen. COVID-19, der Krieg zwischen Russland und Ukraine und die damit verbundenen Probleme der Lieferketten, der stark steigenden Kosten und die steigende Inflation machen es dem Online-Handel schwer.

Die Entwicklung des eCommerce ist insgesamt rückläufig. Es gibt allerdings positive Aspekte, die ein Licht am Ende des Tunnels erblicken lassen.

Die Geschichte lehrt uns jedoch zwei Dinge, was die wirtschaftlichen Konsequenzen angeht.

  1. Es gibt genügend Beispiele, die sich trotz einer Rezession positiv entwickelt haben.
  2. Eine angespannte Wirtschaftslage sorgt für einen nachhaltigen Wandel.
    Nach dem SARS-Ausbruch 2003 in China, gab es dort einen regelrechten eCommerce-Boom, der Alibaba und anderen digitalen Giganten den Weg zum Durchbruch geebnet hat.

Für derartige Prognosen ist es eindeutig noch zu früh, denn wir befinden uns gerade erst am Anfang.

Die Gründe für diese eCommerce-Entwicklung sind vielschichtig:

Expert:innen gehen davon aus, dass der Wachstum in den nächsten Jahren im Online-Handel weiter abflachen wird.
Angesichts der jüngsten Ereignisse, der steigenden Inflation, beginnen Verbraucher:innen Ihre Online-Einkäufe einzuschränken.

Folgende Gründe sind Teil der eCommerce Entwicklung:

  • Logistik-Krise:
    Nach langen Lockdowns und Verzicht, wollen Menschen wieder uneingeschränkt Waren bestellen. Doch dieser Andrang setzt das Logistiksystem stark unter Druck, was zu einer Zunahme von Out-of-Stock-Situationen führt.
  • Zurück zum stationären Handel
    Die Menschen genießen das Erlebnis des Einkaufs, daher kaufen immer mehr wieder lokal/offline.
  • Neuausrichtung der Investitionen
    Die jüngste Überlastung der Flughäfen zeigt, dass potenzielle Kund:innen ihr Geld lieber in Erlebnisse und Reisen investieren, als teure Produkte zu kaufen.

Auch wenn die Entwicklung des eCommerce insgesamt rückläufig ist, gibt es einige Lichtblicke.

Trotz Krise verhilft Amazon einigen Verkäufer:innen zu neuem Erfolg.

Amazon ist zwar nicht unbedingt auf dem Höhepunkt seiner Performance, erweist sich aber nach wie vor als zuverlässige Einzelhandelsplattform mit großem Wachstumspotenzial für Anbieter:innen und Verkäufer:innen.

Doch was hält Amazon über Wasser und verhilft, trotz Krise, einigen Verkäufer:innen zu neuem Erfolg?
In der gesamten EU gehen die Umsätze in den Kategorien DIY, Haushaltsgeräte, etc., die in den letzten drei Jahren sehr gefragt waren derzeit rapide zurück. Dagegen gewinnen Produkte des täglichen Lebens (Lebensmittel, Gesundheit und Medizin, Beauty, Elektronik) bei den Online-Käufern an Beliebtheit.

Im ersten Quartal 2022 sind die weltweiten Online-Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 3 % gesunken. Dies ist der erste Rückgang in der neunjährigen Geschichte der globalen Online-Shopping-Statistik des Salesforce Shopping Index. Auch Amazon hat kürzlich seinen niedrigsten Umsatzanstieg seit 2001 verkündet und eine düstere Prognose für eine Verlangsamung des eCommerce-Wachstums abgegeben.

Ein weiterer Indikator für die schlechte Lage im eCommerce sind die fallenden Aktienkurse der großen Online-Plattformen. Die Anleger befürchten, dass ihr Wachstum ins Stocken geraten könnte und Gewinne nur schwer zu erzielen sein werden. So fiel beispielsweise die Aktie von Wayfair um 26 % und erreichte damit einen neuen Tiefstand, jene von Shopify um fast 15 % und die Aktie von Amazon um 8 %.

Wie ist es Amazon trotz dieses Rückgangs gelungen, so wenig Schaden zu nehmen?
Der Vorteil von Amazon ist, dass es immer einen gewissen Lagerbestand gibt. Selbst wenn ein Produkt vorübergehend nicht auf Lager ist, können andere Verkäufer:innen desselben Produkts als Ersatz dienen.

Amazons Serverinfrastruktur, Amazon Web Services (AWS), dient als weiterer Wettbewerbsvorteil, da diese in Krisenzeiten ebenso notwendig ist. AWS ist eine der am weitesten verbreiteten Cloud-Plattformen und bietet daher eine Absicherung für nahezu jedes Szenario, das eintreten kann.

Es ist außerdem interessant zu wissen, dass Amazon auch im Bereich der Werbung einen Vorteil mitbringt. Da Amazon Ads am unteren Ende des Funnels angesiedelt sind ist und näher am Verkauf liegen, werden Marken Amazon Ads wahrscheinlich auch dann noch nutzen, wenn sie die Budgets für andere Werbekanäle bereits gekürzt haben.

All diese Vorteile tragen zur Krisenresistenz von Amazon bei und sind eine direkte Bestätigung dafür, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt ist, um in die Stärkung Ihrer eigenen Position auf dieser stabilen Plattform zu investieren.

Eine Besonderheit von Amazon, die spezielle Aufmerksamkeit erfordert, ist das All-in-One-Angebot. Es bietet den Verkäufer:innen sämtliche Leistungen von der Logistik bis zur Lagerung, kann aber auch einige Überraschungen bereithalten, wenn z. B. die Preise weiter steigen, doch die Rechnungen für Amazon Ads ebenfalls weiter bezahlt werden wollen.

Konkrete Handlungsempfehlungen

Angesichts der Tatsache, dass Bezahlbarkeit allmählich zum wichtigsten Faktor für die Brand Loyalty gegenüber Qualität, Bekanntheit und Nachhaltigkeit wird, müssen die Händler:innen ihr Portfolio hinsichtlich der Preise, der Wettbewerbsfähigkeit und der Bereitschaft zum eCommerce auf den Prüfstand stellen.

Der Schlüssel ist, ein harmonisches Gleichgewicht zwischen der Förderung der Nachfrage und der Optimierung der Margen zu finden. In Anbetracht der fehlenden Datentransparenz ist es außerdem von entscheidender Bedeutung, die Schlüsselfaktoren zu identifizieren, die den Verkauf tatsächlich antreiben, und auch die Marketingeffizienz der eigenen Marke zu verstehen.

Dies kann folgendermaßen geschehen:

  • Effizient statt effektiv arbeiten
    Mehr auf Produkt und die Zielgruppe achten, statt nur auf den Gewinn von Marktanteilen zu drängen.
  • Automatisierung einführen
    Bidding-Tools, automatische Budgetanpassungen und auch Tests sind mögliche Lösungen, die helfen können, das Budget zu tracken und einzusparen.
  • Vorausschauend planen
    Finden Sie heraus, was Ihre Kund:innen tatsächlich kaufen wollen, und berücksichtigen Sie dabei die Daten zu Unter- und Überbeständen. Dies wird Ihnen helfen, Ihren Produktkatalog erfolgreich auszurichten.

Welche Auswirkungen zeigen sich im eCommerce?

Der eCommerce kann sich den Auswirkungen von Krieg, steigenden Preisen und verunsicherten Verbrauchern nicht entziehen, doch der Wachstum im eCommerce normalisiert sich weiter

„Wir sehen derzeit zwei Effekte: eine Normalisierung der Umsätze gegenüber dem Hoch aus dem Vorjahr und einen Kriegs-Malus samt verunsicherter Verbraucher. Dass die Umsätze im gesamten trotz Krise nur so schwach gesunken sind, zeigt die Resilienz der Branche in einem sehr angespannten wirtschaftlichen Umfeld“, erklärt Frank Düssler, Referent Presse und Öffentlichkeit beim bevh.

Zwei Drittel der Deutschen mit mehr Lebensqualität dank eCommerce
Auch wenn im gesamten eCommerce derzeit Rückgänge verbucht werden, bleibt der langfristige Wachstumstrend der Branche intakt. Vergleicht man die Gesamtumsätze mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019, kurz vor Ausbruch der Pandemie, schlägt ein Umsatzplus von 29,7 Prozent zu Buche. Dass sich das Verbraucherverhalten nicht grundlegend verändert hat, zeigt auch die Stimmung der befragten Kunden: Mindestens zwei Drittel (68,2 Prozent) der Onlineshopper (aller Altersgruppen) würde es als Einschränkung der Lebensqualität empfinden, nicht bestellen zu können. Am stärksten ausgeprägt ist das Empfinden bei den 40-49jährigen und der Zielgruppe 60+.

eCommerce Umsatz im Einzelhandel weltweit in den Jahren 2017 bis 2021, sowie eine Prognose bis 2026

Diese Statistik zeigt die Entwicklung des B2C-eCommerce-Umsatzes weltweit in den Jahren 2017 bis 2021 sowie eine Prognose bis in das Jahr 2026. Im Jahr 2021 belief sich der globale Umsatz im Online-Einzelhandel auf rund 5,21 Billionen US-Dollar. Der Prognose zufolge sollen die weltweiten B2C-eCommerce-Umsätze im Jahr 2026 auf rund 8,15 Billionen US-Dollar steigen.

Wie können wir an dieser Stelle helfen?

Wir glauben auch, dass es immer eine gute Entscheidung ist, sich auf das Wesentliche zu besinnen und in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu investieren. Gerade in Zeiten wie diesen. Wenn Sie sich diese Zeit nehmen, um sich auf die unvermeidliche Wiederbelebung des Marktes vorzubereiten, werden Sie Ihr Unternehmen auf Erfolgskurs bringen.

Außerdem können Sie neue Länder anvisieren, in denen die Wirtschaft sich voraussichtlich schneller erholen wird. Der E-Commerce in den USA beispielsweise zeigt bereits Anzeichen eines Aufschwungs, der sicherlich schneller eintritt als in Europa. Jetzt könnte der richtige Zeitpunkt sein, um international zu expandieren.
Wir unterstützen Sie mit dem richtigen Wissen bei diesem Schritt, während Sie sich weiterhin auf Ihre Kernkompetenzen konzentrieren können.

Staatliche Förderung, mit der wir Sie unterstützen können:

Digital Jetzt! – Staatliche Förderung für KMU
Mit dem Förderprogramm „Digital Jetzt!“ bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vielen Klein- und Mittelstands-Unternehmen einen Investitions-Zuschuss von bis zu 50% mit einer maximal möglichen Fördersumme von 55.000€ an. Bei Unternehmen im Rahmen einer Wertschöpfungskette kann die Fördersumme sogar bis zu 100.000€ betragen

Weitere Infos finden sie hier.

Falls du noch Fragen hast oder im eCommerce Unterstützung benötigst, nimm gerne Kontakt mit uns auf.