Die Wahl der richtigen visuellen Produktpräsentation


Hier berichten Entwickler über ihre Erfahrungen und teilen ihre Lösungswege.

22.03.2016 | Mike Peters | Webshop

Dieses Thema ist meistens mit technischen Fragen behaftet und meistens sind die Hürden für den User recht hoch.

Heutzutage wird fast alles mit Javascript abgefangen, sodass der Nutzer keine Plugins installieren muss. Manchmal bekommt der Nutzer von einem fehlenden Inhalt Wind, sobald ein Popup auftaucht, das sagt dass Plugin-XY im Browser fehlt und installiert werden muss.

Warum er dies tun soll, ist erstmal für den User nicht klar und schreckt meistens eher ab, etwas zu installieren was vielleicht schaden könnte. Dies ist sogar sicherheitstechnisch eine gute Entscheidung, macht aber leider einige Produktpräsentationen fast nicht nutzbar.

Wenn man aber von dieser Hürde absieht, gibt es viele technische Möglichkeiten, die Produktpräsentation „perfekt“ aussehen zu lassen.

Dazu schauen wir uns einfach mal ein paar Präsentationsmöglichkeiten an:

Text:

Lasse ich außen vor da es genug Seiten im Netz gibt die sich mit den Themen Typo, Text setzen usw. lang und breit beschäftigen.

Bild:

Dies ist neben Text die klassische Präsentationsmöglichkeit. Hier gibt es drei Regeln zu beachten, die nicht ignoriert werden sollten, da sonst die Präsentation nicht positiv sondern negativ ist. Diese Präsentationsmöglichkeit wird gerne genutzt, weil Bilder mehr als tausend Worte sagen. Man benötigt keine Plug-Ins oder dergleichen, im eCommerce ist dies der Standard und sollte auch weiterhin aktiv genutzt werden.

Regel 1: Das Bild / Die Bilder sollten immer ansprechend sein (Ein Unfallauto will kein Mensch)

Regel 2: Mache von jeder Seite des Produktes ein Bild mit neutralem Hintergrund (Ein Kuscheltier im Kuscheltierberg wird schwierig)

Regel 3: Das Produkt sollte wenn möglich keine Zusätze auf einem Bild zeigen (Wenn man ein Snowboard mit Boots sieht, erwartet man auch beides für einen Preis kaufen zu können).

Es gibt noch viel mehr Regeln, wenn man aber diese beachtet, hat man schon die Grundvoraussetzungen zu einer „guten Präsentation“ geschaffen.
(Mehr Informationen finden Sie in der Suche Ihrer Lieblingssuchmaschine)

Video:

In der Zeit von modernen Browsern und deren Grundlage HTML5 + CSS3 ist auch dies eine sehr gute und verkaufsfördernde Möglichkeit, Produkte dem User nahe zu bringen. Früher war es eher komplizierter und machte gerade im Einstieg erstmal Probleme (z.B. verschiedene Formate für verschiedene Endgeräte)

Aus der Sicht des Händlers gibt es einige kleinere Hürden:

Kosten: Die Produktion eines guten Produktvideos kann im Vergleich zu Fotos teuer werden.

Urheberrecht: Meistens werden Videos nicht auf dem eigenen Webspace gelagert sondern sind z.B. auf Youtube platziert und werden verlinkt. Dadurch ist es meistens nicht oder nur eingeschränkt möglich, Diebstahl zu unterbinden oder zu erschweren. Daher muss darauf geachtet werden, dass die Erkennbarkeit des Besitzers im Video gegeben sein sollte.

Verwendbarkeit: Videos machen nur Sinn wenn man Produkte hat, die diese Präsentation auch füllen. Es macht z.B. keinen Sinn eine Büroklammer mit einem Video zu bewerben, sonst kann ein Video schnell langweilen und den Kauf verhindern.

360 ° Bilder:

Diese Möglichkeit ist nicht gerade neu und wurde schon in den 90ern genutzt. Aktuell möchten aber gerne viele Händler ihre Produkte so vermarkten, dass es den Anschein macht als wäre man in einem echten Shop und man könne das Produkte selbst mit der Maus (Hand) drehen und bewegen, meistens kommen dazu noch kleine Informationen, die dann zu weiterführenden Informationen leiten können.

Das hört sich natürlich nach einem Traum an. Leider gibt es dann doch noch ein paar Einschränkungen. Um eine 360 ° Ansicht zu erstellen müssen eine Menge Bilder erstellt werden die dann noch korrekt skaliert werden müssen.

Dann muss der User natürlich auch genug „Rechenpower“ haben, damit die Produktseite nicht stundenlang auf den Download der Einzelbilder wartet, um dann 3 Sekunden die Ansicht hin und her zu drehen, die dann noch hakelig sein kann. Wie bei Videos macht dieser Aufwand natürlich mehr Sinn, wenn das beworbene Produkt dauerhaft im Sortiment ist. Kurze Angebote rechtfertigen die Produktion nicht oder nur schwer (z.B. wenn Geld keine Rolle spielt). Hier ist sogar Neutralität der Umgebung das höchste Gebot. Es wirkt einfach unprofessionell, wenn in einem Frame Störfaktoren auftauchen und im nächsten wieder verschwinden.

3D Präsentation:

Diese Möglichkeit ist noch recht jung bietet aber noch mehr Immersion als Bilder, Videos und 360° Ansichten. Es eröffnet Möglichkeiten, die nicht einmal in einem echten Laden vertreten sind. Das Beispiel Schrank macht es sehr anschaulich, wenn man in einem Möbelhaus einen Schrank kaufen will kann man sich verschiedene Konstruktionsmöglichkeiten anschauen, weiter geht die persönliche Erfahrung aber nicht. Mit einer 3D- Präsentation kann man sich den gleichen Schrank digital so zusammenstellen und von allen Winkeln sehen wie man es gerade möchte. Diese Möglichkeit erlaubt es, die persönliche Erfahrung über die eines echten Ladens zu stellen.

Der technische Aufwand ist dabei aber sehr hoch, jede erdenklich Möglichkeit muss bedacht und abgefangen werden. Das zieht sehr hohe Programmierkosten nach sich, zusätzlich macht es nicht überall Sinn tendenziell nur bei konfigurierbaren Artikeln, sonst könnte man eher eine 360° Ansicht, Video oder Bilder nutzen.

Augmented Reality:

Diese Form der Produktpräsentation ist noch nicht weit verbreitet und erzwingt oft eine aktive Beteiligung des Users. Da es noch kein ausgereiftes übergreifendes System gibt, sind die vereinzelten Ansätze eher so etwas wie Testläufe.

Ein Beispiel ist, dass man per Webcam seine Brille ausprobieren kann. Es bleibt auch abzuwarten, ob dies eine Nischenpräsentation bleibt, da die sicherheitstechnische Hürde und der technische Aufwand recht groß sind. Trotz der Anfänge und der Hürden kann so etwas sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Virtuelle Realität:

Diese Form kann vor Augmented Reality seinen Durchbruch schaffen, obwohl noch kein ausgereiftes Endgerät für den Nutzer existiert. Das hat aber mit dem Medium selbst zu tun, denn heutzutage besteht ein normaler Online-Shop aus der Möglichkeit, in einem Katalog zu blättern und interaktiv (nächster Textblock, nächstes Bild oder nächste Seite) darin aktiv zu werden.

Ab dem Zeitpunkt der virtuellen Realität wird es so sein, dass der User in einen Shop geht und dort wie in einem echten Laden einen Shop besucht und dazu noch gleich sein Produkt interaktiv konfigurieren kann. Da wird natürlich auch Text nicht fehlen, aber die Grundaussage wird eher die komplette Immersion sein, die dann meistens nur noch technische Grenzen hat. Das große Problem werden die horrenden Kosten und die technischen Voraussetzungen. Eine Firma wie VW oder Rolex kann sich die Produktion solcher Webshops leisten. Mittelständische Firmen werden erst spät auf den Zug aufspringen können, daher werden virtuelle Webshops noch eine Weile dauern bis diese Standard im eCommerce-Bereich sind. Aber dann kann es passieren, dass dieses System alles revolutionieren wird.

Fazit:

Es gibt einige gute Möglichkeiten, seine Produkte zu präsentieren. Dazu sollte man sich aber Gedanken machen, was für einen selbst und für seine Kunden das beste Verhältnis zwischen Aufwand und Präsentation ist.

Etabliert und gefestigt hat sich die Bildpräsentation, die heutzutage kostengünstig professionell selbst produzierbar ist. Alles drum herum muss abgewägt werden, ob sich die investierte Zeit und die Kosten rentieren. Wenn wir einen Blick in die Zukunft wagen, dann kann es passieren, dass interessante Zeiten auf uns zu kommen. Ich freu mich schon, meinen Neuwagen erst einmal virtuell Probe zu fahren!

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