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Qualitätsmerkmal Partner-Badges oder Programme


Sind Partnerprogramme gleichzusetzen mit Qualifikation oder nur ein Marketingtool von Softwareanbietern und Agenturen?

06.03.2020 | Daniel Kussin | Blog

Vielen IT Dienstleister oder eCommerce Agenturen werben mit Partner-Badges für Magento, Shopware, Google usw. aber was bedeutet das eigentlich, ist das ein Qualitätsmerkmal, dass eine Magento Agentur bessere Arbeit leistet als eine nicht zertifizierte eCommerce Agentur? – Wir erläutern in diesem Blogbeitrag wie Partnerprogramme von unterschiedlichen Softwareanbietern funktionieren und wo der Unterschied zwischen kostenpflichtiger und kostenlosem Partnerprogramm liegt.

Unsere Erfahrung mit Partnerprogrammen ist gemischt, z.Zt. sind wir nur noch Teil von einigen wenigen Partnerprogrammen, wie Shopify, Adobe Commerce (ehem. Magento), Google usw.

Was sind Partnerprogramme?

Partnerprogramme im IT Umfeld sind i.d.R. Angebote von Softwareanbietern wie OXID eSales, FACT Finder usw., mit denen versucht wird, IT Dienstleistern Anreize zu geben, deren Produkte bevorzugt anzubieten, d.h. aus Sicht der Hersteller ein Marketinginstrument.

Die Programme beinhalten i.d.R. Schulungen, persönliche Berater, Networking-Veranstaltungen aber auch Provisionszahlungen und Zugriff auf Entwicklerressourcen und Vorabinformationen.

Hinweis: Die meisten Inhalte der Partnerprogramme sind aber auch freizugänglich, wenn auch meistens etwas zeitversetzt.

Gibt es Unterschiede bei den Partnerprogrammen?

Ganz klar ja! Und das ist aus unserer Sicht auch sehr kritisch zu bewerten, denn viele Partnerprogramme sind kostenpflichtig, so dass die Systemhäuser und Agenturen mehrere tausend Euro pro Jahr für die Mitgliedschaft bezahlen müssen, was die Softwareanbieter hauptsächlich mit zwei Punkten begründen:

  1. Kosten für Schulungen und Support
  2. Provisionsmodell und Empfehlungen

Kostenpflichtige Partnerprogramme werden u.a. von OXID eSales, Adobe Commerce und FACT Finder angeboten, wobei sich die Kosten unterschiedlich zusammensetzen (Programmgebühren, Zertifikate usw.).

Unternehmen wie Google, Bing und Shopify bieten kostenloses Partnerprogramme an, die die o.g. Leistungen auch beinhalten, allerdings anstelle einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft z.T. viel Wert auf Qualifikation setzen, d.h. Shopify und Google entziehen die Badges oder Provisionen, wenn ein bestimmter Kundenumsatz nicht erreicht wird. Somit soll sichergestellt werden, dass die Kunden auch aktiv sind.

Unsere Kritik: Nahezu alle Partnerprogramme verfolgen das Ziel, dass die Partner das jeweilige Produkt vertreiben und durch Umsätze Provisionen erhalten. In den Fällen von kostenpflichtigen Partnerprogrammen wird aus unserer Sicht auch noch die Objektivität der Dienstleister manipuliert, damit die hohen jährlichen Programmkosten amortisiert werden.

Sind Partner besser qualifiziert?

Grundsätzlich würde man das erwarten, aber unsere Erfahrung ist, dass das nur bei den großen Solution Partnern stimmt, die namenhafte Kunden betreuen oder eine Vielzahl an Modulen anbietet (z.B. Amasty für Magento oder D3 für OXID eSales); wahrscheinlich hat die Qualifikation aber auch in diesen Fällen nichts mit den Partner-Zertifizierungen zu tun, sondern zeugt einfach von guten Dienstleistern.

Unsere Vermutung: Viele Agenturen nutzen Partnerprogramme eher als Marketingtool und Einnahmequelle, insbesondere im Rahmen von Shopify und kostenpflichtigen Programmen, die keine Qualitätsprüfung durchführen.

Fazit und Alternativen

Aus unserer Sicht sind Partner-Badges oder Programme wenig aussagekräftig und Onlineshop-Betreiber sollten lieber andere oder weitere Kriterien bei ihrer Dienstleistersuche ansetzen, um den passenden Partner zu suchen.

Unser Rat: Schauen Sie sich die eCommerce Agenturen Ihrer Konkurrenz an und machen Sie sich eine eigene Anforderungs-Problemliste, was Ihre Agentur leisten muss. Dann sollten Sie eine Eigenrecherche betreiben und nach Agenturen und Dienstleistern suchen, die Ihre Anforderungen lt. Website erfüllt und dann die bisherigen Kunden mit sich selbst vergleichen. Wenn Sie 2-3 passende Agenturen gefunden haben, dann sollten Sie die kontaktieren und einen persönlichen Termin vereinbaren, denn unserer Erfahrung nach ist das persönliche Verhältnis und Vertrauen mindestens genauso wichtig wie die Qualifikation, welche Sie am besten überprüfen können, indem Ihnen der potentielle Partner erläutert, wie 1-2 Punkte Ihrer Problemliste gelöst werden können. Und behalten Sie immer folgendes Zitat im Hinterkopf:

Auftraggeber müssen verstehen, dass einem neuen Dienstleister die Erfahrung und das Wissen der Vergangenheit fehlt und dieses erst in den kommenden Monaten und Jahren aufbaut wird.

Quelle: Autor unbekannt, Meet Magento 2017